Ratgeber / Förderung

Photovoltaik-
Förderung 2026.

Aktualisiert 4. Juli 2026 · 4 Min.

Rund um Photovoltaik kursiert das Wort „Förderung" oft als vage Verheißung. Die nüchterne Wahrheit: Die größten Vorteile 2026 sind keine Antragsformulare, die größten Vorteile sind steuerlich und laufen automatisch. Dazu kommen ein zinsgünstiger Kredit und wechselnde regionale Zuschüsse. Wir sortieren, was wirklich zählt — und was nur nach Förderung klingt.

1. Der Nullsteuersatz: 0 Prozent Umsatzsteuer

Das ist die wirksamste Entlastung, und sie kostet keinen Antrag. Nach § 12 Abs. 3 UStG gilt für Lieferung und Montage privater Photovoltaik-Anlagen bis 30 kWp der Nullsteuersatz — Stromspeicher ausdrücklich eingeschlossen. Der Preis, den der Fachbetrieb nennt, ist bereits Ihr Endpreis. Auf eine Anlage, die heute 12.000 Euro kostet, hätten früher noch rund 2.280 Euro Umsatzsteuer obendrauf gelegen. Diese Regel gilt 2026 unbefristet weiter.

2. Einkommensteuer: Einnahmen bleiben steuerfrei

Seit 2022 sind die Einnahmen aus dem Betrieb kleiner Anlagen von der Einkommensteuer befreit (§ 3 Nr. 72 EStG) — bis 30 kWp beim Einfamilienhaus, bei anderen Gebäuden bis 15 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit und höchstens 100 kWp je Person. Sie müssen für die Anlage in aller Regel keine Gewinnermittlung mehr machen und keine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben. Das nimmt dem Betrieb einer Anlage den größten bürokratischen Ballast.

3. Einspeisevergütung: 20 Jahre fest

Was Sie nicht selbst verbrauchen, speisen Sie ins Netz ein und bekommen dafür eine gesetzlich garantierte Vergütung. Für Teileinspeisung bei Anlagen bis 10 kWp sind das aktuell 7,78 ct/kWh, bei Volleinspeisung 12,34 ct/kWh (Stand Feb. 2026). Zum 1. August 2026 leichte Absenkung; Satz gilt ab Inbetriebnahme 20 Jahre fix. Entscheidend ist: Der Satz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gilt danach 20 Jahre unverändert. Wer früher baut, sichert sich den höheren Satz.

4. KfW-Kredit 270: günstig finanzieren

Wer nicht aus Eigenmitteln zahlt, nutzt oft den Förderkredit 270 „Erneuerbare Energien — Standard" der KfW. Er finanziert Anlage und Speicher zu vergleichsweise günstigen Zinsen über Ihre Hausbank. Ein Zuschuss ist das nicht — es ist ein zinsgünstiges Darlehen. Für viele Haushalte ist es dennoch der bequemste Weg, die Anschaffung ohne großes Eigenkapital zu stemmen.

5. Regionale Zuschüsse: prüfen, aber nicht drauf verlassen

Manche Kommunen und das Land NRW legen zeitweise Programme auf, häufig für Stromspeicher oder Steckersolar. Diese Töpfe sind klein, an Bedingungen geknüpft und oft schnell ausgeschöpft. Sie sind ein Bonus, keine Kalkulationsgrundlage. Weil sich die Programmlage laufend ändert, prüfen wir den aktuellen Stand für Ihre Region bei der Anfrage konkret mit — statt Ihnen ein Programm zu versprechen, das es morgen vielleicht nicht mehr gibt.

6. Die Anmeldung: kostenlos, aber Pflicht

Jede Anlage muss innerhalb eines Monats im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur eingetragen und beim Netzbetreiber angemeldet werden. Das ist kostenlos, aber verpflichtend — ohne Registrierung droht der Verlust der Einspeisevergütung. In der Praxis übernimmt das der Fachbetrieb für Sie mit. Achten Sie nur darauf, dass es im Angebot ausdrücklich enthalten ist.

Steuer in der Praxis: was Sie wirklich tun müssen

Fast nichts. Durch den Nullsteuersatz zahlen Sie beim Kauf keine Umsatzsteuer, durch die Einkommensteuerbefreiung entfällt die Gewinnermittlung. Die meisten Betreiber nutzen zusätzlich die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG), sodass keine Umsatzsteuervoranmeldung nötig ist. Ein Steuerberater ist für eine normale Hausdachanlage in aller Regel nicht erforderlich — vor 2023 war das noch anders, und genau diese Vereinfachung wird als Entlastung oft unterschätzt.

Was die Förderung konkret spart

An der 8-kWp-Anlage für 12.000 Euro zusammengerechnet: Allein der Nullsteuersatz spart gegenüber der früheren Regelung rund 2.280 Euro. Über 20 Jahre kommen aus Einspeisung und steuerfreiem Eigenverbrauch grob 21.000 Euro Vorteil hinzu. Der KfW-Kredit 270 senkt zusätzlich die Finanzierungskosten, falls Sie nicht bar zahlen. Kein einzelner Posten ist spektakulär — in Summe ergibt sich die Wirtschaftlichkeit, die Photovoltaik 2026 trägt.

Wallbox- und Speicher-Zuschüsse: der ehrliche Stand

Bundesweite Zuschüsse für Speicher oder Wallboxen gibt es derzeit nicht flächendeckend — das populäre KfW-Programm für Solarstrom und Elektroauto war schnell ausgeschöpft und ist ausgelaufen. Vereinzelt legen Kommunen oder Stadtwerke eigene Töpfe auf. Wir versprechen Ihnen deshalb kein Programm, das es morgen vielleicht nicht mehr gibt, prüfen aber bei der Anfrage, was in Ihrer Region gerade wirklich verfügbar ist.

Was das zusammen bedeutet

Die Photovoltaik wird 2026 nicht durch einen einzelnen dicken Zuschuss attraktiv, die Photovoltaik wird durch das Zusammenspiel attraktiv: keine Umsatzsteuer auf die Anschaffung, steuerfreie Erträge, 20 Jahre garantierte Einspeisung und im Kern der eingesparte Netzstrom von rund 37 Cent je selbst genutzter Kilowattstunde. Was davon in Ihrem Fall wie viel bringt, zeigt am schnellsten der Ertragsrechner.

Voll- oder Teileinspeisung: die 12,34-Cent-Frage

Bei der Einspeisung haben Sie die Wahl. Teileinspeisung (Sie nutzen Strom selbst und speisen nur den Rest ein) bringt 7,78 Cent je kWh. Volleinspeisung (die ganze Anlage speist ins Netz) bringt 12,34 Cent — mehr, aber Sie sparen dann keinen eigenen Netzstrom. Für fast jeden Haushalt mit eigenem Verbrauch schlägt die Teileinspeisung die Volleinspeisung, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde rund 37 Cent spart — das Vielfache der Vergütung. Volleinspeisung lohnt nur bei sehr geringem Eigenverbrauch, etwa auf einem selten genutzten Zweitdach.

Und beim späteren Hausverkauf?

Eine abbezahlte Solaranlage steigert in aller Regel den Wert Ihrer Immobilie — niedrige Energiekosten sind ein handfestes Verkaufsargument, und der Energieausweis fällt besser aus. Steuerlich ist der Verkauf des Hauses samt Anlage für private Betreiber unkompliziert, weil die Anlage einkommensteuerlich ohnehin befreit ist. Ein Grund weniger, die Investition aufzuschieben.

Ihr Vorteil

Was in Ihrem
Fall zählt.

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